Wenn Mama sauer ist

Wie gehe ich damit um, wenn mich negative Gefühle überwältigen?

Wie wir unsere Kinder gut durch die Autonomieentwicklungsphase bedürfnisorientiert und liebevoll begleiten können, dazu kann man in den letzten Jahren immer mehr lesen.
Einer der wichtigsten Schritte ist, die Gefühle unserer Kinder ernst zu nehmen und diese zu spiegeln.
"Du bist gerade sehr wütend" sage ich zu meinem Sohn, der gerade kreischend und Luft schnappend seiner Schwester das Auto wegnehmen will. Plötzlich hört das Geschrei auf und er guckt mich wieder an, taucht aus seinem Teufelskreis aus Wut, Ärger und Verzweiflung auf, seufzt 'jaaaaaahaaaaa' und fällt mir in die Arme.
Manchmal klappt's, manchmal nicht. Aber ich spüre immer wieder, wie verstanden er sich dadurch fühlt.
Wie gehen wir aber mit unseren Gefühlen um? Wie können wir diese - als gute Vorbilder, die wir sein wollen - unsren Kindern vorleben, ohne sie zu belasten? 
Gerade in den letzten Tagen waren wir Erwachsen oft mit den Gedanken bei bewegenden Themen. 
Wie verbringen wir die Zeit zu Hause? Wann wird sich die Situation wieder entspannen? Geht es unseren Freunden und unserer Familie gut? 
Aber auch Gedanken wie, wann kann ich endlich wieder mit meiner Freundin abends essen gehen? Wann bekomme ich endlich wieder mehr Zeit für mich? 
Wie also spreche ich über Gefühle wie Wut, Angst, Sorge, Genervtheit und Unsicherheit? 
Komplett verheimlichen geht einfach nicht. Kinder und auch bereits Babys sind sehr sensibel und spüren unsere Launen. Somit macht es schon Sinn, unsere Gefühle sehr klar zu kommunizieren, dabei aber nicht die Verantwortung abzugeben. 
'Ich bin gerade sauer, weil du einfach weg gelaufen bist. Ich brauche eine Minute, um durchzuatmen und dann geht's weiter.'
'Ich bin gerade sehr genervt von der Situation, ich muss einmal aufstehen und raus gehen, damit ich wieder bessere Laune bekommen kann.'
Sätze wie solche haben 4 super Effekte:
1. 
Gefühle zu nennen hilft dir aus dem Kreis des negativen Denkens heraus zu kommen.
2.
Du überlegst dir eine Lösung.
3.
Dein Kind lernt, Gefühle zu haben und über sie zu sprechen ist hilfreich.
4.
Dein Kind erfährt Lösungen, mit unangenehmen Gefühlen umzugehen.
Es ist vollkommen normal, nicht in jeder Situation angemessen zu regieren, denn Gefühle können einen schnell überwältigen. Oft hilft es vorher tief durch zu atmen.
Du hast das Gefühl hast, du steckst in einem Teufelskreis fest und kommst allein nicht mehr heraus? 

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