Geschwisterliebe

Mal lieb' ich dich, mal hass' ich dich


Was kann ich euch zu dem Thema Geschwisterliebe erzählen? Ihr selbst seid wahrscheinlich größere Experten als ich auf dem Gebiet. Ich selbst bin Einzelkind und habe keine Ahnung, wie es ist, Geschwister zu haben. Für mich war es gut, Einzelkind zu sein, jedenfalls habe ich gefühlt selten etwas vermisst, aber ich wusste vielleicht auch nicht, was ich vermissen könnte. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich als junge erwachsene Frau das erste Mal sehr bewusst den Gedanken gehabt hatte, dass es gut tun könnte, auch Geschwister zu haben. Es war der Moment , als meine Mutter - auch Einzelkind - und ich ihre demente Mutter, meine geliebte Oma, ins Altersheim gebracht haben. Da war niemand, außer uns beiden,  der auch eine Entscheidung mit treffen konnte. Jetzt als erwachsene Frau, habe ich oft das Gefühl, es wäre doch schön gewesen, jemanden an meiner Seite zu haben, jemanden mit dem ich Erinnerungen teilen, mit dem ich über Mama und Papa schimpfen könnte und der mir auch später hilft, meine Eltern im Alter zu unterstützen. 

Also wünschte ich mir 2 Kinder. Dieser Wunsch war so groß, dass auch nachdem Mister M uns im ersten Jahr als Eltern sehr an unsere Grenzen brachte, die Vision nie endete, ein zweites Kind zu bekommen und so kam Fräulein L letztes Jahr zur Welt. 

Mister M war am Anfang begeistert, gab ihr Küsschen, wollte mit ihr schmusen und in Ihrer Nähe sein. Fräulein L, schon immer sehr willensstark, möchte ihre eigene Freiheit genießen und das ist der Punkt wo beide immer wieder aneinander geraten. Das ist der Punkt wo meine wundervolle Idee von sich liebenden Geschwistern immer ins wanken gerät. "Das ist mein Spielzeug!" wummmms "Ich will jetzt aber mit Mama kuscheln" bähmmms "Komm ich helfe dir" pluuuuuummms. 

Wie kann man seine Kinder, besonders wenn sie beide noch recht klein sind, gut unterstützen, einen guten Draht zueinander zu bekommen? 


Na kennt ihr das auch? 


Hier gibt es 3 Tipps die euch helfen, Konflikte zischen euren Kindern fair zu lösen:






1. Bedürfnisse erkennen? 

Streiten eure Kinder miteinander, ist es als erstes wichtig, zu erkennen, welche Bedürfnisse hinter diesem Streit stecken. Warum streiten die beiden? Worum geht es überhaupt? Geht es vielleicht um mich oder lernen Sie gerade, ihre Grenzen kennen? 


2. Brauchen Sie Begleitung? 

Hier ist es wichtig, natürlich die Körperlichkeit im Blick zu haben. Besonders Kleinkinder können sich noch nicht gut artikulieren und versuchen dann körperlich zu agieren. Dazu gehört oft beißen, hauen und kneifen. Dies sind Lösungsversuche, die natürlich von uns Eltern unterbunden werden sollten und gleichzeitig sollten wir Alternativen zeigen, um ein "Stopp" zu setzen. Generell sollten wir als Eltern versuchen,  unseren Kindern selbst die Möglichkeit zu geben, eine Lösung aus dem Problem zu finden. 


3. Trost spenden 

Der Bruder hat der Schwester die Flasche weggenommen, die Schwester spielt mit dem Auto des Bruders, dass ihm doch so wichtig ist? Und schon ist Geschrei vorprogrammiert. Wichtig ist es, am Ende beide zu trösten. Beide werden einen guten Grund gehabt haben, so zu agieren. Und es ist schon richtig doof, wenn man gerade spielt und jemand einem das dann weg nimmt. Andersherum ist es auch unglaublich blöd zu sehen, dass jemand mit dem spielt, was einem doch so wichtig ist. 


Und last but not least und sowieso very important! Atmen, atmen atmen liebe Eltern. Alles ganz normal und gehört nun mal dazu.



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