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Wie ich Zur Schlafberatung Kam...

Ich Und Meine 2 Schlechtschläferchen

Baby in der Trage
Einschlafen in der Trage kann wunderschön und praktisch sein, wenn es nie anders geht, kann es aber auch sehr belastend sein

Heute möchte ein bisschen von mir selbst erzählen, denn auch ich habe 2 Kinder, die nicht als entspannte Durchschläfer zur Welt gekommen sind.


Unser Sohn startete sein Leben mit einem Notkaiserschnitt. Erst als ich aus der Vollnarkose erwacht bin, konnten wir kuscheln. Er schlief von Anfang an nur auf uns, stillte viel und weinte oft. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich bin doch selbst Pädagogin, Therapeutin, Elternberaterin. Da muss man Kind doch rund herum versorgt sein. Ich muss doch all seine Zeichen erkennen und verstehen, schließlich hatte ich mich doch lange genug mit all den Babyzeichen und Bedürfnisorientierten Kram beschäftigt. Ich war doch super vorbereitet. Warum war mein Sohn trotzdem ständig unzufrieden? Schritt für Schritt, Tag für Tag, knabbert es an meinem Selbstwertgefühl. Meine Hebamme sagte nur, es sei normal, dass Kinder am Anfang viel weinen. Aber warum sah ich bei meinen Freundinnen all die entspannten Babys, die unter den Spielebogen, in der Wiege oder im Bettchen lagen und zufrieden waren?


Manchmal kam Neid in mir hoch. Warum kriegen die das hin? Und ich trage täglich meinen Sohn Stunden in der Trage durch die Gegend?


Osteopathie

Geburtsaufarbeitung

Hebammenbegleitung

.... Nichts half


Dann zum Kinderarzt, irgendwas musste mein Sohn doch haben. Die Ärztin, die ich zuvor als sehr freundlich und zugewandt erlebt hatte, gab mir die Nummer von einer Schreiambulanz. Dann sagte sie, ich müsste nun mit arbeiten. Keine Trage mehr, nur noch Kinderwagen und abends ihn in sein Bett legen und dann dann schläft er irgendwann schon ein.

Verwirrt ging ich nach Hause. Denn diese herangehensweise sprach komplett gegen meine Einstellung von Bedürfnisorientiertheit. Und trotzdem kamen Zweifel in mir auf. Habe ich doch alles falsch gemacht? Habe ich ihn doch zu viel verwöhnt? Ist alles das, für das ich stand Unsinn?

Zu Hause legte ich unseren müden Sohn für genau 2 Minuten in sein Bett. Er weinte, ich streichelte ihn, schhhhhhhte, er weinte weiter und schließlich auch ich... 


NEIN NEIN NEIN! Ein Kind muss nicht allein im Bett liegen und weinen, damit etwas besser wird. Immerhin wusste ich nun ganz genau, was ich auf keinen Fall wollte. 


Ich fuhr mit unsrem Sohn zu einer tollen Hebamme in der Scheiambulanz, die mir half, wieder meine eigene Mitte zu finden. Meine Kompetenz und meinen Selbstwert. Eine tolle Erfahrung. Leider schlief mein Sohn immer noch nicht besser.


Mit 14 Monaten kam die Elternzeit von meinem Mann und die Bindung zwischen den beiden wuchs. Er brachte ihn schon vorher oft in den Schlaf. Aber nun spürten wir, dass es auch nachts klappen kann. Ich hatte mich die letzten Monate enorm mit dem Thema Babyschlaf beschäftigt und entwickelte einen bedürfnisorientierten Schlafplan für unseren Sohn. Und was darf ich berichten?


Seit dem schläft er durch!

Endlich! Ohne weinen, ohne Kampf. Und nach ein paar Wochen auch bei mir. 


Ein Jahr später kam unsere Tochter zur Welt. Ich hatte in der Zeit schon viele Schlafberatungen gemacht und dachte bei ihr müsste es nun direkt klappen.

Aber auch sie wachte alle 2 Stunden auf und schlief nur mit der Brust wieder ein.


Ich hatte Ideen, was wir ändern könnten, aber meine Überzeugung war noch nicht da. Ich fragte eine Kollegin, die mit riet unsere Tochter ins eigene Bett zu legen. Auch hier spürte ich wieder, dass es nicht passte. Für uns gehört das Familienbett einfach dazu.


Ich wartete noch ein bisschen und mit 9 Monaten kam der Tag an dem ich wusste, es muss sich etwas verändern, ich brauche mehr Schlaf. Wir veränderten wieder ein paar Dinge im Alltag, stärkten die Bindung zwischen Papa und Tochter noch mehr, brachten noch mal mehr Rhythmus und Entspannung in den Alltag und Zack, schlief auch sie plötzlich durch.


Beide Male hatte ich übrigens nicht komplett abgestillt. 


Meine Geschichte soll euch zeigen: ich weiß wie es euch geht, und ich weiß auch wie es sich verbessern kann. Was mir besonders geholfen hat, ist dass ich mich auf mich selbst konzentriert habe. Ich fühlte mich ausgelaugt, müde und erschöpft. In dem ich wieder gut für mich besorgt habe, konnte ich auch wieder Kraft für schlechte Nächte und anstrengende Tage sammeln. 

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