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Krise nach dem Kindergarten

Wieso unsere Kinder nachmittags oft sehr gefühlsstark reagieren

Kind war wütend, hat den Vater angemeckert und geschrien, war unausstehlich. Vater erklärt seinen Sohn, dass es so nicht geht
Mit dem eigenen Kind zu schimpfen bringt uns keine Lösung

Der Kindergarten ist vorbei und wir holen unser Kind ab. Vorher waren wir wahrscheinlich selbst arbeiten oder mit deinem Geschwisterkind zu hause. Auf jeden Fall war in den meisten Fällen der Vormittag bis dahin auch nicht super entspannt. 

Wir freuen uns darauf, unser Kind abzuholen. 

"Und wie war es heute?" fragen wir dann meist eine Erzieherin. 

"Ach ganz schön, er hat toll gespielt und gegessen und ist so ein freundliches Kind!"

Juhu, alles richtig gemacht, freuen wir uns innerlich und hoffen auf einen entspannten Nachmittag.

Doch schon beim Jacke anziehen kommt der erste Wutanfall "Neeeeeeeeeein, ich will nicht!" schreit unser Kind. Die Erzieher blicken sich um: Wer weint denn da? Das kann doch nicht dieses nette und freundliche Kind sein, dass den ganzen Tag hier entspannt gespielt hat. Und da kommt gerade eine Mutter rein und auch die schaut uns prüfend an: Was ist denn da los?

Haben wir diese Situation gemeistert, beginnt meist gleich ein neuer Wutanfall.

Zu Hause angekommen freuen wir uns darauf ein bisschen gemeinsame Zeit mit unserem Kind zu verbringen, aber auch hier können wir ihm oder ihr nichts recht machen.

Wut, Trauer, Verzweiflung, alles bringt regelmäßig über uns und unser Kind ein. 

Was ist denn da nur los?

 

 

 

Ein Zeichen der Liebe

Hat sich mein Kind nicht auf mich gefreut? Möchte es lieber noch mehr im Kindergarten sein?

NEIN!

Diese emotionalen Reaktionen sind Zeichen von Liebe und sicherer Bindung. Hier ist der sichere Hafen, hier kann ich alles los werden, was mich den ganzen Tag schon beschäftig hat und das mit voller Kraft.

Der andere Junge, der mich geärgert hat.

Das Mädchen, das mir die Schaufel weg genommen hat.

Die Erzieherin, die heute ein anderen Kind auf dem Schoß hatte.

Die andere Mutter, die ihr Kind schon vor mir abgeholt hat.

Meine Mama und mein Papa, die ich so vermisst habe.

Wut, Trauer, Verzweiflung waren neben Freude und Spaß auch ein großes Thema am heutigen Tag, all diese Gefühle aufgehoben, für die liebevollen und tollen Eltern, in deren Arme ich mich sicher und geborgen fühle.

Ein sicherer Platz, an dem ich geliebt werde, so wie ich bin, ein Ort, an dem ich alles los lassen kann.

 

 

Vater und Sohn liegen auf dem Bett und ruhen sich aus nach dem Kindergarten, Das  Kind istb wütend. Der Vater begleitet ihn liebevoll und bedürfnisorientiert
Wenn mein Kind wütend ist, braucht es meist Geduld und Nähe

Was hilft uns, die Wutausbrüche unserer Kind gut zu begleiten

Wie gehen wir also mit der Situation um, wenn unser Kind nach dem Kindergarten nur wüted? Nicht mehr in den Kindergarten bringen? Mehr Pausentage? Länger in der Kita anmelden?

Nein, nein und nein (Es sei denn natürlich, man möchte als Familie einen der Wege gerne gehen). 

Ansonsten heißt es nicht, die Situation verändern, sondern anders mit der Situation umgehen. Mit diesen Tipps klappt es besser:

 

1. Wutanfälle als Kompliment sehen

 

Ist unser Kind wütend und es lässt dieses Gefühl voll und ganz bei uns aus fühlen wir uns oft überfordert, angegriffen und genervt. Oft triggert es sogar alte Erinnerungen aus unserer Kindheit. Wenn wir es schaffen, dieses Gefühl anders zu betrachten und positiv anzunehmen, ist schon der größte Schritt getan. "Deine Wut zeigt mir, dass du mich gerade besonders dolle brauchst." statt "Durch deine Wut gehe ich auf Distanz und will mit dir so lange nichts zu tun haben, bis es sich ändert!"

Emotionale Reaktionen unser Kinder zeigen uns: Wir haben eine starke und sichere Bindung, mein Kind vertraut mir!

 

 

2. Zeit nehmen für die Abholsituation

 

Oft rauschen wir nach der Arbeit zum Kindergarten und bringen selbst ganz viel Stress mit. Bleibe eine Minute noch vor dem Kindergarten stehen und atme tief ein und aus. Bringe dich selbst in eine entspannte Situtation, so bist du gut gerüstet für die Gefühle deines Kindes. Lass dir Zeit beim anziehen. Übergänge sind für Kinder oft stressig und brauchen Begleitung.

 

 

3. Routine

 

 

Regelmäßigkeit und Struktur geben Kindern Sicherheit. Überlegt euch gemeinsam eine Routine für Bring- und Abholsituationen die euch erden. Ein gemaltes Herz auf die Hand für den Abschied und es beim Abholen wieder suchen zum Beispiel. 

 

4. Freie Zeit statt Freizeitstress

 

Montags nach der Kita zum Sport, Dienstags die Freundin besuchen, Mittwoch zum tanzen, Donnerstag Oma und Opa....Eurer Kind ist den ganzen Tag mit Rund 20 anderen Menschen zusammen, oft ganz schön laut und anstrengend. Gönnt ihm oder ihr am Nachmittag Ruhe und Pausen.

 

5. Für dein Kind da sein

 

Nach der Kita noch einkaufen, Haushalt machen und die To do Liste weiter abarbeiten? Gönne deinem Kind nach dem Kindergarten etwas extra Mama und / oder Papazeit. eine halbe Stunde zusammen spielen, ein Buch angucken oder quatschen füllt den Liebestank von beiden auf.

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Kommentare: 1
  • #1

    Jana (Dienstag, 25 August 2020 10:51)

    Danke, genau was ich brauchte :)