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Verständnis Und Erziehung

Verständnis haben für unsere Kinder und Verständnis für uns selbst!
Verständnis haben für unsere Kinder und Verständnis für uns selbst!

Ein Plädoyer, Mehr Auf Sein Gefühl Zu Hören

Bedürfnisse im Blick haben und liebevoll mit unseren Kindern umgehen, das steht für fast alle Eltern doch ganz oben auf ihrer Liste von Erziehungszielen. Fühlen wir uns jedoch gefangen in einem Erziehungskonzept, kann es ganz schön anstrengend werden.

Was kann da helfen? 

Heute spricht mich die Erzieherin von unserem Sohn an. Meine Gruppe geht jeden Freitag wann dann und die Kinder sollen um 12 Uhr am bald abgeholt werden. Gebucht habe ich eine Betreuungszeit bis Halb 1. Ich hatte also letzte Woche den Erziehern gesagt, dass ich Betreuung bis zu der gebuchten Zeit benötige. Nun sagte sie mir heute, es wäre möglich ihn mit zur Kita zurück zu nehmen mit den Kindern vom Mittagstisch, aber vielleicht kann ich auch noch mal eine andere Mutter fragen, ob sie Mister M mitnehmen könnte.

Ich weiß unser Kindergarten ist es gewohnt, dass Eltern die ihr Kind bis 12:30 in der Betreuung haben meist zu Hause sind, und darum auch mal früher abholen können. Ich bin auch zu Hause... Aber ich arbeite. Und ja, manchmal mache ich auch was für mich und das habe ich verdient, denn ich brauche das. Und außerdem arbeite ich auch am Wochenende und am Abend.

Die Aussage nagt an mir... Ich weiß, die andere Mama, unsere Nachbarin, würde ihn mit nehmen, aber wer weiß wie oft ihr Sohn vielleicht fehlt in den nächsten Wochen. Außerdem ist es nicht meine Verantwortung! Gleichzeitig fühle ich mich als schlechte Mutter. Letzte Woche sagte mein Sohn zu einer anderen Mutter "ich habe alle Mamas gezählt, meine ist nicht dabei" Bähmmmm, schlechtes Gewissen... Verzichte ich also 2 mal die Woche auf die halbe Stunde hinten dran? Oder bestehe ich auf mein Recht? Es nagt an mir...Übrigens habe ich extra nur bis 12 30 gebucht, weil ich noch extra Zeit mit meinem Sohn haben will, bevor ich meine Tochter abhole... Soviel dazu... Was ist nun belastender für uns? 


Die Tochter meiner Freundin ist fast 4 Jahre alt und immer noch nicht trocken. "Ich will ihr keinen Druck machen" sagt sie immer wieder und man merkt bei jedem treffen wie es trotzdem an ihr nagt. Nun sagte ihre Erzieherin zu der Tochter vor kurzem "wenn du noch in die windel machst, kannst du das und das nicht machen..." In mir schreit alles! Was soll der Quatsch? Gar keine natürliche Konsequenz... Bla bla.... Kind ist seit dem trocken und stolz wie bolle und die Mama ist endlich erleichtert.... Was war nun belastender für beide?


Eine Klientin erzählt mir heute, dass sie die Wutanfälle ihres gefühlsstarken Kind sehr belasten und ganz manchmal, wenn sie selbst müde und erschöpft ist, dann motzt sie zurück. "ich weiß ich darf das nicht und es tut mir auch riesig leid" 

Ja, natürlich ist das nicht der Weg der Lösungen mit sich bringt. Aber dieses schrecklich schlechte Gewissen, "falsch" gehandelt zu haben, lässt die negativen Gefühle nur noch mehr werden. 

Für wen von ihren ist das gut? 



Was Will Ich Eigentlich Damit Sagen?


Ich lebe absolut die bedürfnisorientierte Beziehung, ich habe all die wichtigen Bücher gelesen und lerne jeden Tag mehr. 

Aber manchmal, da stresst mich genau das! Immer nach Plan zu handeln, immer ruhig und einfühlsam zu sein, immer für meine Kinder da. Denn bin auch noch da! Und egal ob autoritär, bedürfnisorientiert oder überzogen, niemals passt immer genau das eine Konzept! Denn ich bin anders als du, und du anders als ich. Wir sind Individuum, oft ähnlich, manchmal fast gleich und doch so verschieden... 


Ich finde, das was am wichtigsten ist, ist Verständnis zu haben, für seine Kinder, seinen Partner, aber vor allem auch für sich selbst. Wenn ich verstehe, warum ich oder andere so handeln wie sie handeln, kann ich Empathie empfinden und damit den Bedürfnissen auf den Grund gehen. 



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