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Geburtstrauma Und Postpartale Depressionen

Ein ungeplanter Notkaiserschnitt kann enorm traumatisch für die ganze Familie sein
Ein ungeplanter Notkaiserschnitt kann enorm traumatisch für die ganze Familie sein

Warum Jährlich 100 000 Frauen Leiden Und Sie Sich Immer noch Allein Fühlen

Diese Woche ist "birth trauma awareness week" . Eigentlich war ich diese Woche durch mit meinen Themenbeiträgen, aber das Thema berührt mich sowohl persönlich als auch beruflich sehr. Was bedeutet Geburtstrauma eigentlich? Und was kann helfen? 

Der Begriff Geburtstrauma bezieht sich vor allen Dingen auf die psychischen und physischen Beeinträchtigung des Babys nach der Geburt. Einerseits können dies durch äußerliche Gewalteinwirkungen hervorgerufene Verletzungen und Verwundung sein, aber auch psychische Verletzungen können durch eine traumatische Geburt entstehen. Die Annahmen, wie ein Baby eine Geburt wahrnimmt sind umstritten. Ganz klar ist jedoch, wie sehr die Eltern von äußeren, ungeplanten und unerwarteten Handlungen beeinflusst, verletzt und im schlimmsten Falle traumatisiert werden. 


Unterscheiden kam man zuerst zwischen einer erlebten traumatischen Situation und einem Geburtstrauma. Eine Situation kann heftig sein, gleichzeitig können diejenigen, die diese erlebt haben, durch ihre Fähigkeiten der Reflexion, Ressilienzen und sofortige Hilfen vom außen solche Situationen verarbeiten und damit kein Trauma entstehen lassen. 

Leider fehlt es in unseren Geburtskliniken meist an der fachlichen und emathischen Begleitung nach der Geburt. Meist fehlt es vor allem an Zeit und Kapazität, aber oft auch an fachlichen Wissen und dem Mut mehr Hilfe als nötig anzubieten. 


Aber noch mal einen Schritt zurück: Geburtstrauma können ausgelöst werden durch beispielsweise Gewalt unter der Geburt, unzureichende Geburtsbegleitung, starke Schmerzen Ängste und Verunsicherung, dem Gefühl ausgeliefert zu sein, herabwürdigende Bemerkungen von Anwesenden während der Geburt, Interventionen unter der Geburt oder unerfüllte Erwartungen. Allein in Deutschland sind etwa 100.000 Frauen jährlich von postpartalen Depressionen betroffen die oft im Zusammenhang mit traumatischen Geburten stehen. 


Auch eine natürliche Geburt kann traumatisch sein. Viel Nähe, Bindung und bei Wunsch bedürfnisorientiertes Stillen kann Mama und Baby helfen
Auch eine natürliche Geburt kann traumatisch sein. Viel Nähe, Bindung und bei Wunsch bedürfnisorientiertes Stillen kann Mama und Baby helfen

Was kann helfen?


Noch während der Schwangerschaft kann es helfen sich das Krankenhaus auszusuchen in denen man sich am wohlsten fühlt, indem seine Gefühle und Bedürfnisse ernst genommen werden und viel Wert auf eine selbstbestimmte Geburt gelegt wird. Doch alle Vorbereitung sind nutzlos, wenn man nach der Geburt ein schreckliches das Gefühl hat. Dabei ist es unwichtig wie heftig die Situation "tatsächlich" war. Es geht alleine um das Gefühl der Mutter, oder auch des Vaters, denn auch diese können davon betroffen sein. 

Nimm Deine Gefühle Ernst

Wenn du dich nach der Geburt erschöpft fühlst, kann dies ganz normal sein. Bleibt dieses Gefühl jedoch bestehen, hast du das Gefühl, du spürst dich selbst nicht mehr, ziehst dich immer mehr zurück, kannst keine Freude empfinden und der Kontaktaufbau mit deinem Kind fällt dir schwer, dann nimm diese Gefühle ernst und sprech mit sprechen mit anderen darüber! Vertraue dich deinem Mann an, deinen Eltern oder Freundinnen. Oder suche dir professionelle Hilfe, die dich begleiten kann bei der du dich gut aufgehoben fühlst. Dies kann deine Hebamme sein, dein Frauenarzt oder eine anderen therapeutische Begleitung. 


Du bist Nicht Allein

Auch wenn es sich am Anfang so anfühlt, als seist du die einzige auf der Welt, die nach der Geburt ihres Kindes kein riesiges Glück empfinden kann, du bist nicht allein. Du trägst keine Schuld. Eine traumatische Geburt braucht Begleitung und Hilfe, um diese aufarbeiten. 

Fordere Einen Geburtsbericht An

In allen Kliniken kann man einen Geburtsbericht beantragen und sich zuschicken lassen. Dieser kann hilfreich sein um einen weiteren Blick auf deine Geburt zu bekommen. Er enthält alle wichtigen Details deiner Geburt. Gemeinsam mit deiner Fachkraft hilft es oft diesen zu besprechen. 



Nimm Dir Zeit Und Raum

Nutze das Wochenbett oben deine Erfahrung zu verarbeiten. Kuschel mit deinem Baby und gebe euch Zeit euch aufeinander einzustellen. Dies darf Tage und Wochen dauern. Setze dich nicht unter Druck nur weil du nicht von Tag eins das Glücksgefühl empfinden kannst, dass du dir so sehr erhofft hast. achte regelmäßig darauf, dir etwas Gutes zu tun. Spreche über all deine Gefühle, auch die unangenehmen. Sorge für dich! 


Hier Gibt Es Hilfe

Der Verein Schatten und Licht hilft Frauen, traumatische Geburtserfahrungen zu verarbeiten


Hilfetelefon für Frauen mit Gewalterfahrung 08000 116016 auch für Angehörige! Kostenlos und rund um die Uhr! 


Der Verein Emontinale erste Hilfe vermittelt Berater, teilweise kostenlos

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